LEON UND SEIN ALLTAG ALS BODENLEGER-GESELLE

Ihr habt noch gar keine Ahnung, was man als Bodenleger-Lehrling so zu tun hat? Dann möchte ich euch mal eine für mich typische Arbeitswoche vorstellen.

Täglich um 6.30 Uhr geht es für mich los im Betrieb. Ein freundliches „Guten Morgen“ an die Kollegen gerichtet, das muss selbstverständlich sein und dann kochen wir gemeinsam erstmal Kaffee….immer mit einem freundlichen Lächeln.

Ich prüfe meine Arbeitskleidung, denn sauberes und ordentliches Auftreten ist beim Kunden angesagt. In meinen Taschen für das Werkzeug immer dabei habe ich einen Zollstock oder Lasermessgerät, eine Messertasche mit dem sogenannten Delphin-Messer mit Trapez und Hakenklinge, einen Bleistift und ein kleines Notizbuch sowie einen Spachtel und meine persönlichen Knieschützer. Die sind ganz wichtig, wenn man täglich viel auf dem Boden arbeitet.

Danach erfolgt eine allgemeine Tagesbesprechung mit der Einteilung der Aufträge, die abgearbeitet werden müssen. Für die kommenden Tage müssen wir in einer 150 m² alten Linoleum-Bodenbelag entfernen, den Unterboden vorbereiten und abschließend einen neuen Belag verlegen. Danach bestücken wir unser Fahrzeug je nach Baustellenumfang mit Werkzeug und Material.

Das Schöne ist: Ich bin von Anfang an in alle Arbeitsprozesse eingebunden. Wenn ich etwas nicht verstehe oder noch nicht so gut drauf habe wird mir von den Kollegen gleich geholfen und gezeigt, wie ich mit dem entsprechenden Werkzeug umgehen soll oder wie die Verteilung von Spachtelmasse am besten funktioniert.

Nach dem Anfahren der Baustelle laden wir die für den Abriss von Linoleum nötigen Werkzeuge aus: Schaber, Stripper, einen kleinen und großen Besen, leere Eimer und einen Staubsauger. Den musste ich am Abend vorher noch aufladen, damit er funktioniert. Wäre blöd, wenn ich das vergessen hätte 😉

Beim Betreten des Objekts kontrollieren wir, ob Stromfluss und Wasseranschluss vorhanden sind und checken die Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das ist wichtig für das spätere Aufbringen der Spachtelmasse und Verlegung des neuen Bodens.

Dann führen wir die Abrissarbeiten durch und sorgen für den Abtransport des Altbelags. Jetzt beginnt die Unterbodenvorbereitung, denn wichtig ist ein unbeschädigter sowie ebener Untergrund. Ist er schief oder weist Schäden auf, sollte der Boden ausgeglichen und kleine Schäden mit Spachtelmasse ausbessert werden.

Los geht es mit dem Entfernen von alten Klebstoffrückständen durch Schleifen mit der Fräse oder Einscheibenmaschine. Gründliches Absaugen der Fläche mit dem Industriesauger ist Voraussetzung für die anschließende Prüfung der Fläche auf Fehlstellen und Risse. Diese müssen wir mit geeignetem Mörtel schließen und danach mit dem Ritzgerät die Festigkeitsprüfung vornehmen.

Wenn wir damit fertig sind wird der Unterboden mit einem flüssigen Grundiermittel vollflächig grundiert, das verbessert die Haftung der Ausgleichsmasse auf dem Untergrund und reguliert die Saugfähigkeit. Nach entsprechender Trocknungszeit der Grundierung werden Randdämmstreifen zu den aufgehenden Wänden gestellt.

Nach so viel Vorarbeit ist jetzt ist Zeit für die Mittagspause. Wir essen dann entweder etwas von zu Hause Mitgebrachtes oder suchen uns einen Imbiss in der Nähe.

Frisch gestärkt geht es weiter. Jetzt kann die Fläche mit einer geeigneten selbstverlaufenden  Spachtelmasse nivelliert werden, damit sie schön glatt und eben ist. Das geht am besten mit einer Spachtelmassenpumpe oder etwas anstrengender mit dem Anrühren der Ware Sack für Sack. Die Säcke wiegen 25 kg, das ist ganz schön schwer und man braucht schon etwas Kraft, aber mit der richtigen Tragetechnik ist das fast kein Problem Die flüssige Masse wird dann mit Zahnrakel, Stiftrakel oder Spachtelkelle verteilt und mit der Walze entlüftet, damit es keine Bläschen gibt.

Nun ist die Unterbodenvorbereitung abgeschlossen und wir müssen die Trocknungszeiten der Spachtelmasse einhalten, damit wir weiter darauf arbeiten können. Nach dem Saubermachen der Spachtelgeräte, Anrühreimer oder Maschinen ist dann Feierabend so gegen 15.00 Uhr.

Die nächsten Tage verlaufen vom Prinzip her ähnlich, nur dass wir nun die übrigen Arbeitsschritte durchführen. Den neuen Belag bekommen wir jetzt schon geliefert, damit sich dieser akklimatisiert und in den nächsten Tagen verlegt werden kann.

Vorher erfolgt der Reinigungsschliff am Unterboden mit gründlichem Absaugen. Dann wird die Fläche sorgfältig eingeteilt und das Verlegemaß angelegt.

Am Tag darauf geht es mit der Verlegung los. Zu Beginn lesen wir die Verlegeanleitung nochmal genau durch – sicher ist sicher… Auf den vorbereiteten Unterboden tragen wir mit einem entsprechenden Zahnspachtel den Klebstoff vollflächig auf. Nach der entsprechenden Ablüftzeit wird der neue Linoleumbelag eingelegt, mit dem Korkanreibebrett angedrückt. und mit einer schweren Walze angewalzt. Das geht Bahn für Bahn so weiter bis die Fläche fertiggestellt ist.
Am letzten Tag des Projekts erfolgen noch der Zuschnitt und die Montage der Holzsockelleisten und deren Befestigung durch Heißkleber oder Montagekleber. Die Anschlussfugen werden mit farbigem Silicon ausgebildet.

Ganz zuletzt wird die Baustelle sauber abgeräumt und eine Bauschlussreinigung vorgenommen. Das ist ganz wichtig, denn nur so erfolgt die erfolgreiche Abnahme der Baustelle durch den Auftraggeber und wir werden hoffentlich für weitere Aufträge gebucht. Wenn das durch ist, dann ist das Bauvorhaben abgeschlossen!

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